Gespannt und voller Erwartung schauten die sieben Minis aus der Parea-Kinderbetreuungsgruppe „Kleine Knirpse“ an der Bismarckstraße auf Polizeioberkommissar Rudolf Kortmann, der in die Einrichtung gekommen war. „Ich will später auch Polizist werden“, informierte Anton den Mann in der blauen Uniform gleich zu Beginn seines Besuchs. „Polizist, Pirat und Ritter“, schob der fast drei Jahre alte Knirps schnell als Ergänzung nach. „Polizisten fahren im Polizeiauto mit Blaulicht herum“, wusste der drei Jahre alte Jens, der dem Beruf ebenfalls nicht abgeneigt gegenübersteht.
Zum ersten Mal bei den ganz Kleinen
Nachwuchssorgen können es daher wohl kaum gewesen sein, die den Polizeibeamten zu der Aktion veranlassten. „Wir wollen positive Kontakte herstellen, vor allem auch mit Kindern“, erklärt Kortmann, der im Bezirksdienst unter anderem für das Hansaviertel zuständig ist. Etwa 30 Besuche von Kindergärten, „wenn nicht sogar mehr“, wie Kortmann vermutet, kann die Grevener Wache, deren Zuständigkeitsbereich sich bis nach Reckenfeld und Altenberge erstreckt, im Jahr bei sich verbuchen. „Normalerweise kommen die Kinder zu uns.“ Und dann seien es meist auch diejenigen, für die sich der Wechsel in die Schule ankündigt, die einen unmittelbaren Eindruck von der Polizeiarbeit vermittelt bekommen sollen, so Kortmann. „Der Besuch bei den unter Dreijährigen von den „Kleinen Knirpse“ war jetzt eine Premiere.“
Polizeiwagen wurde erkundet
Nach dem Kennenlernen in den Räumen der Gruppe ging es auf den Parkplatz am Begegnungszentrum Hansaviertel. Kortmann hatte dort den Polizeiwagen, die Hauptattraktion des Vormittags, geparkt. Eingehend durften die Kleinen das Auto erkunden. Spannend war dabei vor allem der Blick in den Kofferraum, wo verschiedene Utensilien wie Messrad und Warnleuchten, die bei Autounfällen zum Einsatz kommen, untergebracht sind, und die von den Knirpsen natürlich gleich ausprobiert wurden. Freundlich und kindgerecht erklärte Kortmann, der auf 34 Jahre im Polizeidienst zurück-blicken kann, wie ein Polizist gekleidet ist und welche Gegenstände er immer dabei hat. „Hast du auch eine Pistole?“, stellte die dreijährige Lara dabei prompt die Frage, auf die alle Betreuerinnen irgendwie schon gewartet hatten.
Kortmann hat - natürlich. „Aber die bring ich nicht mit zu den Kindern. Das ist sicherer“, so der Polizist.
Als Höhepunkt der Aktion und als Dank für ihr Interesse durften die Knirpse noch die Funktion des Blaulichts testen, bevor es wieder zurück in die Gruppenräume ging.
Auf die Idee, den Bezirksbeamten der Polizei zu einem Besuch einzuladen, kam das Team der Tagesmütter der „Kleinen Knirpse“, „weil die Kinder hier schon mal einen Polizeiwagen vorbeifahren sehen und dann Fragen stellen“, wie Manuela Erben berichtet. „Durch den Besuch wollen wir den Kindern klarmachen, dass ein Polizist ein ganz normaler Mensch in Uniform ist, vor dem man keine Angst haben muss, sondern der im Gegenteil ein freundlicher Helfer ist und das auch schon für die Kleinsten.“