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Aktuelles

NRW-Verdienstorden für Prof. Dr. Rita Süssmuth


Prof. Dr. Rita Süssmuth und Geschäftsführerin Doris Lenk begrüßen die Gäste zu "10 Jahre Parea"

„Global Player“ im besten Sinn - Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verleiht Verdienstorden
des Landes NRW an Prof. Dr. Rita Süssmuth

Die frühere Präsidentin des Deutschen Bundestags, Prof. Dr. Rita Süssmuth, ist mit dem NRW-Verdienstorden, der höchsten Auszeichnung, die ein Bürger in Nordrhein-Westfalen erhalten kann, geehrt worden.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreichte den Landesorden gestern (7. April)  in der Düsseldorfer Staatskanzlei. Neben Süssmuth standen 15 weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der Reihe der Geehrten. Seit dem Start im Jahr 2000 arbeitet Süssmuth im Beirat von Parea mit, in dem auch die früheren Bundestagsvizepräsidenten Dr. h.c. Anke Fuchs und Dr. h.c. Helmuth Becker sowie weitere Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Bildung mitwirken. Der Beirat begleitet und unterstützt die Tätigkeiten und Projekte von Parea.

In ihrer Ansprache anlässlich der Ehrung erinnerte die Ministerpräsidentin daran, dass der Landesverdienstorden seit 25 Jahren verliehen wird. Ministerpräsident Johannes Rau hatte das Gesetz 1986 auf den Weg gebracht, der Landtag beschloss die Einführung in einem einstimmigen Votum. „An diesem großen Konsens über die Notwendigkeit und den Sinn des Landesordens hat sich bis heute nichts geändert, weil die Gründe nach wie vor aktuell sind“, sagte Kraft. Die Gesellschaft brauche Vorbilder, Bürgerinnen und Bürger, die sich für andere stark machen und „Werte wie Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit und Solidarität vorleben.“

„Das Volk ist unser Tarifpartner“

Professor Süssmuth erhielt die Auszeichnung für ihre politischen Lebensleistungen und ihr außergewöhnliches gesellschaftliches Engagement, das der Politikerin viele Sympathien und die Anerkennung breiter Teil der Bevölkerung quer durch alle politischen Lager eingebracht hat. Das Volk ist unser Tarifpartner - diese Erkenntnis stamme von Rita Süssmuth und sie lebe sie, befand Kraft in ihrer Laudatio, „seit jeher, in all ihren Ämter und Funktionen, als Mensch im allgemeinen und als Frau im speziellen.“ Als erste deutsche Familienministerin habe sich Süssmuth frühzeitig für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf stark gemacht. Hervorzuheben sei auch ihr ebenso frühzeitiger und offensiver Einsatz im Kampf gegen AIDS - ein Thema, das Ende der 1980er Jahre noch äußerst tabubehaftet war. „Wir bekämpfen die Krankheit, nicht die Kranken“ lautete damals ihr Credo. Internationale Migration, Entwicklungspolitik und Menschenrechte seien weitere Themen, die ihr politisches und wissenschaftliches Wirken in unterschiedlichen Zusammenhängen und auf verschiedenen Ebenen bis heute charakterisierten und bestimmten. „Rita Süssmuth ist und bleibt ein „Global Player“ im besten Sinn“, so die Ministerpräsidentin.

Professor Rita Süssmuth wurde 1937 in Wuppertal geboren. Sie ist verheiratet mit dem Historiker Prof. Dr. Hans Süssmuth und hat eine Tochter. Von 1956 bis1961 studierte sie Romanistik und Geschichte an den Universitäten Münster, Tübingen und Paris. Im Anschluss an ihre Promotion in Philosophie (1964) war sie Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Ruhr und Professorin für International Vergleichende Erziehungswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum.

Süssmuth gehört seit 1981 der CDU an und war von 1986 bis 2001 Bundesvorsitzende der Frauen-Union der CDU. Zwischen 1985 und 1988 war sie Bundesministerin für Jugend, Familie, Gesundheit, später auch für Frauen. Zehn Jahre lang, von 1988 bis 1998 bekleidete sie anschließend das Amt der Präsidentin des Deutschen Bundestages. Bis heute ist Süssmuth in zahlreichen Vorständen, Gremien und Organisationen tätig. Seit Januar 2006 ist sie Vorsitzende der „EU Hochrangigen Beratergruppe (High Level Group) für Integration von benachteiligten ethnischen Minderheiten in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt“ und Mitglied im Kuratorium des OECD Entwicklungszentrumprojekts „Bereicherung durch Migration“.

Der Verdienstorden des Landes Nordrhein wird an Bürger aus allen Gruppen der Bevölkerung für außerordentliche Verdienste für die Allgemeinheit verliehen. In den 25 Jahren seines Bestehens haben bisher über 1300 Bürgerinnen und Bürger die besondere Auszeichnung erhalten. Der Orden hat die Form eines Malteserkreuzes und wird von der Ministerpräsidentin verliehen.