Horst Radtke, Gründungsgeschäftsführer der PAREA gGmbH

Erster Geschäftsführer der Parea ist verstorben

Trauer um Horst Radtke

Essen, 20. September 2017

 

Horst Radtke ist tot. Der Gründungsgeschäftsführer der PAREA gGmbH und Geschäftsführer der Sahle Baubetreuungsgesellschaft mbH starb in der vergangenen Woche in Essen an den Folgen einer schweren Krankheit. Mit Radtke verliert die Parea nicht nur ihren ersten Geschäftsführer, sondern auch einen wichtigen Förderer und Unterstützer, der die Entwicklung der Gesellschaft bis zuletzt interessiert verfolgte.

 

Acht Jahre lang, von 1999 bis 2007, hat Horst Radtke mit großer Energie und hohem Verantwortungsbewusstsein den Aufbau und die Entwicklung der Parea vorangetrieben und entscheidend mitgestaltet. Als Geschäftsführer hat er mit fundierter Erfahrung, fachlicher Kompetenz und Weitblick die Parea von der Idee bis zu einer anerkannten sozialen Dienstleistungsgesellschaft in der Wohnungswirtschaft entwickelt. Die Förderung und Etablierung guter und funktionierender Nachbarschaften in den Wohnanlagen von Sahle Wohnen und anderer Wohnungsunternehmen war ihm dabei ein echtes Anliegen.

Unter seiner Federführung wurde die Parea-Arbeit an Standorten wie Köln, Wuppertal, Erkrath Troisdorf und Bonn erstmalig eingerichtet und etabliert. Das „Aktive Seniorenwohnen“, das auch heute noch ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeiten von Parea ist, geht maßgeblich auf seinen Anstoß zurück. Ein besonderes Anliegen war ihm die Zusammenarbeit und die Förderung der so genannten Vertrauensjugendlichen, deren Gruppen er zum Beispiel in den Sahle-Wohnanlagen in Essen, Wuppertal und Recklinghausen ins Leben rief. Der Förderung benachteiligter Jugendlicher widmete er sich auch in seiner Freizeit, unter anderem im Rahmen der „Sybille und Horst Radtke-Stiftung Essen“, die im Jahr 2000 gegründet wurde. Neben den klassischen Aufgaben als Geschäftsführer waren es immer wieder soziale Aktionen und Projekte, denen er sich mit vollem Einsatz verschrieb, beispielsweise der Einrichtung des Kinderzentrums in Köln-Chorweiler und des Paul-Sahle-Familientreffs in Münster-Kinderhaus, Fachtagungen zu den Tätigkeiten der Parea und zu sozialpolitischen Themen, dem Angebot eines Frühstücks vor der Schule in Troisdorf oder der Gründung von Sportgruppen für Jugendliche aus der Mieterschaft von Sahle Wohnen in Erkrath, Essen und Greven.

Seine Persönlichkeit, seine starke persönliche Ausstrahlung, seine große Erfahrung, Überzeugungskraft und Fairness haben Mieter, Mitarbeiter und Kooperationspartner gleichermaßen beeindruckt. Durch sein unkompliziertes, direktes Zugehen auf Menschen gleich welchen Alters und Nationalität, sein großes Verständnis für die Belange gerade auch sozial schwächerer Mieter sowie seine hohe persönliche Integrität und Integrationskraft war er zu allen Zeiten die zentrale Person, erster Ansprechpartner und gefragter Ratgeber bei Parea. In dieser Funktion verstand er es, sein Team und seine Partner in den Sahle Wohnen-Kundencentern, die damals noch Service-Büros hießen, zu motivieren, mitzunehmen, Leistung - so wie es im Übrigen auch dem Motto von Parea entsprach - nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern. Horst Radtke war eine Autorität mit Herz.

Nicht nur in seiner Tätigkeit bei Parea, sondern auch in Alltag und Freizeit war er ein außergewöhnlich stark sozial engagierter Mensch. Sich für die Schwächsten in der Gesellschaft einzusetzen, die Lebensumstände für die Menschen zu verbessern und die Gesellschaft insgesamt gerechter zu machen, waren die Triebkräfte für sein Handeln. Dass der Beruf des Sozialarbeiters, den er erlernt hatte, für ihn nicht bloß ein Job, sondern Berufung war, war bei ihm stets spürbar. Soziale Verantwortung war das Leitmotiv seines Lebens, das für ihn immer im Vordergrund stand - als langjähriger Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Essen, als Landtagsabgeordneter der SPD und zuletzt als Geschäftsführer der Parea.

Im November 2007 wurde Horst Radtke im Rahmen einer Feierstunde im Paulinum Blauer See in Dorsten in den Ruhestand verabschiedet und nahm sich vor, künftig weniger Stress, dafür aber mehr Schönes zu erleben, zum Bespiel bei ausgedehnten Reisen, die er gemeinsam mit seiner Frau unternahm und die den Eheleuten viel Freude bereiteten.

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die schon länger bei Parea und Sahle Wohnen arbeiten, werden ihre eigenen Erinnerungen an den Verstorbenen haben. Diese Erinnerungen sind es, die wir gegen die Sprachlosigkeit aufbieten müssen, die sein Heimgang auslöst. Ihnen sollten wir freien Lauf lassen. Einer von uns hat uns verlassen müssen. Im Erinnern holen wir ihn zurück. Unser herzliches Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Familie.

map